Chinesischer Mondkalender

Chinesischer Mondkalender

Der Legende nach soll der chinesische Mondkalender, vom legendären Gelben Kaiser, " Huangdi", der der Überlieferung nach von 2698-2599 v. Chr. regiert hat, erfunden worden sein. Der Gelbe Kaiser gilt auch als der Erfinder der chinesichen Medizin und der Astrologie.

Bereits in frühen Orakelknochen und Inschriften auf Schildkrötenpanzern finden sich Hinweise auf die Berechnung des Kalenders. Diese Berechnungen wurden vor allem für die Bestimmung der Zeit der Durchführung von Opfern verwendet, die der Verehrung der verstorbenen Könige einer Dynastie dienten. Vor allem aus den Inschriften in Orakelknochen für die Opferbestimmung konnten z.B. die Namen und Regierungszeiten der Herrscher der Shang-Dynastie rekonstruiert werden.

Der reine Mondkalender teilt des Jahr in 12 Mondphasen ein, also die Zeit, die der Mond für einen Umlauf um die Erde benötigt, und zwar von Vollmond zu Vollmond. Ein Umlauf benötigt ca. 29,53 Tage, d.h. ein Mondjahr dauert nur ca. 354 Tage. Dies ist natürlich mit dem Sonnenjahr, das ca. 365 Tage dauert, nicht vereinbar, so dass ein reiner Mondkalender zwar die Mondphasen aber nicht die Jahreszeiten bestimmen kann.

Der chinesische Kalender ist eine Mischung aus Sonnen- und Mondkalender, d.h. in regelmäßigen Abständen wurde entweder ein zusätzlicher Tag eingelegt oder sogar ein ganzer Monat, um Sonnen- und Mondkalender wieder in Einklang zu bringen.

Bis zum Jahr 1911, dem Jahr des Sturzes der Mandschu-Dynastie, galt in China der Mondkalender. Am 1. Januar 1912, also mit der Gründung der chinesischen Republik wurde in China der Gregorianische Kalender eingeführt, der auf der Sonne beruht. Allerdings werden traditionelle chinesische Feiertage wie das Chinesische Neujahr noch nach dem Mondkalender berechnet und gefeiert.

In manchen Ländern Asiens kommt es auch vor, dass traditionelle Menschen ihren Geburtstag immer noch nach dem Mondkalender berechnen und feiern, während vor allem junge Menschen den Sonnenkalender verwenden. Dies kann auch dazu führen, dass in einer Familie die Familienmitglieder ihre Geburtstage jeweils nach einem anderen Kalender berechnen.

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